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COLD AND RAW THE NORTHWIND BLOWS

Carols, tunes and winter songs from the North Countries

Eine wunderbare Medizin gegen die Traurigkeit finden wir in "Durfeys Pills to purge Melancholy" - einer Musiksammlung, die in London zwischen 1698 und 1720 herausgegeben wurde. Diese Notendrucke waren so beliebt, daß jede Ausgabe kurz nach Erscheinen ausverkauft war. Da heißt eine Melodie "To drive the cold winter away" - ein Dance Tune, bei dem es einem bei der Ausführung des Tanzes so warm wird, daß man die eisige Winterkälte vergißt. Genauso ergeht es einem bei der Ausführung von Playfords "Cold and raw the Northwind does blow". Dieser Tanz stammt ebenso wie "Christmas Cheer", "Puddings and Pies" and "New Years Eve" aus Playfords Notendrucken "The Dancing Master", einer Sammlung von Tanzmusik mit Tanzanleitungen. Die in Europa weit verbreitete Geschichte von Steffen und Herodes über die mysteriöse Wiederauferstehung eine Brathähnchens wurde nicht nur im Mittelalter gesungen; sie lebt noch heute in den naiv anmutenden Weihnachtsliedern Skandinaviens fort, mit eingängigen Melodien und Refrains, in die die Gemeinschaft schon in der zweiten Strophe einstimmen kann. Kompliziertere Versionen derselben Geschichte finden sich in mündlich tradierten Balladen der britischen Inseln.
1582 wurde in Greifswald die heute wichtigste Sammlung alter Weihnachtslieder publiziert, die Piae Cantiones. Ein finnischer Student an der Rostocker Universität hatte diese mittelalterlichen Lieder in lateinischer und schwedischer Sprache aufgeschrieben und sie gehören noch heute zum lebendig gebliebenen Musikschatz Finnlands und Schwedens.